KONFLIKTKLÄRUNG

Konflikte begegnen uns tagtäglich auch im Arbeitsleben. Für die meisten Menschen sind sie herausfordernd, anstrengend und oftmals verletzend. Spätestens wenn wir uns angegriffen fühlen oder enttäuscht vom Verhalten anderer sind, gelingt eine Konfliktlösung um so schwerer. In der Realität werden meist wohlwollend Maßnahmen vereinbart und die Parteien signalisieren, dass sie konstruktiv wieder zusammenarbeiten wollen. Dieses Vorgehen ist ähnlich einer Wunde, die mit einem Pflaster versorgt ist, jedoch nicht gereinigt wurde. Im Untergrund ist die Entzündung noch vorhanden und eitert weiter. Nicht geklärte zwischenmenschliche Spannungen zahlen auf die Performance aus oder führen auch zu vermeidbaren Kündigungen.

Mit der strukturierten Vorgehensweise der Klärungshilfe nach Christoph Thomann begleite ich Menschen, Teams und Organisationen bei der Konfliktklärung und -lösung. Dieser strukturierte Prozesse gibt einen Rahmen vor, in dem Menschen miteinander reden können. Es ist ein verlangsamter Streitdialog, der Zuhören und Verstehen ermöglicht. Die Parteien sprechen in klarer achtsamer Art und Weise miteinander und kommen in einen echten Kontakt, so dass wirksame Lösungen möglich sind.

Kontakt

Gilliar Consulting
Moosbergstraße 35
64285 Darmstadt

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Web:      www.gilliarconsulting.de

Auftragsklärung

Konflikte sind Führungsaufgabe. Deshalb sollte die Auftragsklärung immer mit dem in der Hierarchie am höchsten stehenden Beteiligten durchgeführt werden. In diesem Erstgespräch verschafft sich die Klärungshelfer:in einen Überblick worum es geht (Beteiligte, Themen, bisherige Lösungsversuche etc.).

Das Erstgespräch dient auch dazu, dass sich Auftraggeber und Klärungshelfer:in kennenlernen und ob eine Begleitung denkbar ist. Abschließend oder in einem weiteren Gespräch wird das Klärungshilfegespräch geplant. Idealerweise findet dieses außer Haus statt und ein zeitlicher angemessener Rahmen von wird eingeplant (z. B. 1,0 Tage: Zweiergespräch, 1,5 – 2 Tage Teams bis zu 10 Personen).

Anfangsphase

Die Phase dient dem Einstieg in den Workshop und soll Orientierung geben. Die Führungskraft begrüßt die Teilnehmenden und erklärt kurz, weshalb es diesem Treffen kommt. Danach stellt sich die Klärungshelferin vor und beschreibt den Ablauf. Anschließend stellen sich die Teilnehmenden vor (Wer bin ich? Wie geht es mir mit dem heutigen Treffen? Welche Befürchtungen/Erwartungen habe ich?).

Selbstklärung

In dieser Phase geht es darum zu verstehen, wie jeder der Teilnehmenden die Situation sieht. Dazu erhalten die Teilnehmenden jeweils ein Flipchart-Papier und Stifte. In einer ca. 15-minütigen Einzelarbeit soll jeder skizzieren, wie er/sie die Situation erlebt. Diese Skizze dient allein dem Teilnehmenden als Spickzettel, damit nichts vergessen wird. Sie ist nicht Bestandteil eines Fotoprotokolls.

Anschließend schildert reihum jeder Teilnehmende der Klärungshelferin, wie er/sie die Situation erlebt. Die restlichen Teilnehmenden hören zu. Verständnisfragen sind erlaubt, jedoch noch kein Dialog. Erst sollen alle gehört werden.

Die Klärungshelferin schreibt wichtige Punkte, die sogenannte Themenliste, mit. Anschließend ist Pause.

Dialogphase

Während Pause bereitet die Klärungshelferin die Themenliste auf und stellt die zu klärenden Punkte den Teilnehmenden vor. Danach startet der Dialog. Nacheinander werden die Themen besprochen. Dabei gilt: Akutes kommt vor chronischem, Zwischenmenschliches vor Sachkonflikten.

Diese Phase nimmt am meisten Zeit ein. Die Klärungshelferin achtet dabei darauf, dass vereinbarte Gesprächsregeln eingehalten werden, dass alle am Thema dran bleiben und vertieft bei Bedarf Themen, um an den Kern der Spannungen heranzukommen. Dieser Prozess wird bewusst langsam geführt, um in Kontakt zu kommen, wahrzunehmen und zu verstehen.

Lösungsphase

Sind alle zwischenmenschlichen und persönlichen Themen ausgesprochen, kann es hilfreich sein, dass die Klärungshelferin Wissen zu menschlichem Verhalten oder der Konfliktdynamik mittels Modellen vertieft (z. B. Eisberg-Modell, Persönlichkeitstypen im Team, Wertequadrat etc.). Das schafft Verständnis und auch ein stückweit Distanz zur Situation. Sind die Verletzungen oder schwierigen Gefühle ausgesprochen, sind die Teilnehmenden nicht selten erleichtert. Tragfähige Lösungen und Zugeständnisse sind nun möglich.  Die Klärungshelferin moderiert und dokumentiert diesen Prozess.

Abschluss

In der Phase geht es um einen guten Abschluss. Alle Teilnehmenden sollen nochmals zu Wort kommen und äußern, wie es ihnen geht.

In dieser Phase sind Teilnehmenden meist erleichtert und oft euphorisiert, dass nun alles anders wird. Wenn die berechtigte Kritik nicht seitens eines Teilnehmenden kommt, darf die Klärungshelferin an dieser Stelle auf die Macht der Gewohnheit verweisen und dass sicher auch mit Rückschlägen zu rechnen ist.

Nachsorge

Bestandteil eines jeden Klärungshilfeprozesses ist die Nachsorge. Üblicherweise findet ein weiterer Termin nach 6 – 12 Wochen statt. In diesem Nachsorgegespräch mit allen Beteiligten wird die Entwicklung des Teams und das Gelingen der umzusetzenden Maßnahmen beleuchtet. Offene Themen aus dem Workshop oder neue Spannungen werden im Nachsorgetermin ebenfalls geklärt

Bitte nehmen Sie Kontakt mit mir auf. In einem Erstgespräch klären wir, ob Ihr Anliegen mittels einer Konfliktklärung gelöst werden kann oder ob eine andere Maßnahme (Teamentwicklung, Coaching etc.) der zielführende Weg ist.

Grundsätze der Klärungshilfe

  • Klarheit geht vor Schönheit und Harmonie
  • Der einzige Weg hinaus führt hindurch (schwierige Gefühle)
  • Verstehen ist der Schlüssel
  • Wahrheit heilt (den Konflikt)
  • Negative Gefühle akzeptieren und vertiefen, damit sie verbinden können
  • Ehrlicher Kontakt kommt vor Lösungssuche
  • Vergangenheit verstehen, Gegenwart klären, Zukunft planen.